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Trocknungsreserve nach DIN 68800-2

Von Ralf Plag | 10.2.2016

Für beidseitig geschlossene Bauteile der Gebäudehülle ist bei der Berechnung mit dem Verfahren nach DIN 4108-3 (Glaser-Verfahren) zur Berücksichtigung eines konvektiven Feuchteeintrags und von Anfangsfeuchten eine zusätzliche rechnerische Trocknungsreserve ≥250g/m²a bei Dächern und ≥100g/m2a bei Wänden und Decken nachzuweisen. (Quelle: DIN 68800-2:2012-02)

Während die DIN 4108-3 den im Winter zu erwartenden Feuchteeintrag durch Kondensation im Inneren des Bauteils berechnet, soll die Holzschutznorm DIN 68800-2 die Funktionstüchtigkeit des Bauteils auch bei einem zusätzlichen, unplanmäßigen Feuchteeintrag gewährleisten.

Die Norm spezifiziert außerdem nachweisfreie Bauteile. Da diese nachweisfreien Bauteile die gefordeten Grenzwerte ohnehin erfüllen, wurde auf eine Prüfung auf Nachweisfreiheit verzichtet; d.h. die Trocknungsreserve wird grundsätzlich bei jedem Bauteil berechnet.

Da beide Normen keinen genauen Rechenweg für diese Trocknungsreserve enthalten, wird hier das von u-wert.net verwendete Verfahren aufgezeigt:

Fall 1: DIN 4108-3 ist auf das Bauteil anwendbar und es fällt Tauwasser im Bauteil aus

Die Trocknungsreserve ergibt sich aus der maximal möglichen Verdunstungsmenge abzüglich der anfallenden Tauwassermenge: MR = Mev – Mc

Fall 2: DIN 4108-3 ist auf das Bauteil NICHT anwendbar und es fällt Tauwasser gemäß 2D-Finite-Elemente-Verfahren im Bauteil aus

Für die Trocknung des planmäßig im Winter entstandenen Tauwassers unter sommerlichen Klimabedingungen enthält die DIN 4108-3 einen Grenzwert von 90 Tagen. Trocknet das Tauwasser in weniger als 90 Tagen, so dienen die verbleibenden Tage als Reserve für unplanmäßige Feuchteeinträge und ergeben, multipliziert mit dem Trocknungsvermögen in g/d (Gramm pro Tag), die Trocknungsreserve. Das Trocknungsvermögen kann jedoch von der Tauwasserverteilung innerhalb des Bauteils abhängen. In diesem Fall wird die Verteilung des planmäßigen Feuchteeintrags durch die winterliche Kondensation zu Grunde gelegt.

Fall 3: Tauwasserfrei gemäß DIN 4108-3

Da die Trocknungsreserve davon abhängt, wo sich die Feuchtigkeit im Bauteil befindet, wird in diesem Fall die ungünstigste Position gesucht. Dies ist jene Stelle, an der der sd-Wert der davor liegenden Schichten und der dahinter liegenden Schichten gleich groß ist. Sollte diese Stelle innerhalb einer Folie liegen, wird entweder die Vorderseite oder die Rückseite der Folie verwendet, je nachdem, was zu einer geringeren Trocknungsreserve führt. Diese Stelle wird nun behandelt, als ob dort Tauwasser entstanden wäre und es wird – wie im Tauwasserfall – die maximal mögliche Verdunstungsmenge berechnet, die als Trocknungsreserve ausgegeben wird.

Themen: Bauphysik, FAQ


4 Kommentare zu “Trocknungsreserve nach DIN 68800-2”

  1. flolambo meint:
    10.Mai 2016 at 16:15

    Bonjour,

    J’aimerais savoir pourquoi le logiciel place les curseurs pour l’hygrométrie dans le rouge alors que le résultat indique „pas de condensation“.

    Ma configuration de toiture-terrasse est un peu particulière :
    – vegetalisation
    – EPDM
    – 100mm PU
    – Pare-vapeur Sd 1500
    – CTBH 22mm
    – vide (ou non)
    – 100mm fibre de bois entre solives
    – PV Sd 1800m
    – vide technique
    – Placo

    Est-ce à cause du double Pare-vapeur et donc d’une réserve de séchage nulle?

    Vaut-il mieux placer derrière le placo, un frein-vapeur hygro-variable type „Vario Duplex“ (Isover), quitte à avoir un peu de condensation l’hiver, mais une période de sechage l’été?

    Merci

  2. Ralf Plag meint:
    12.Mai 2016 at 18:49

    Yes, exactly.
    Resgards,
    Ralf Plag

  3. Scrutinizer meint:
    18.April 2017 at 11:30

    Hallo,

    wie bekommt man denn das Widerspiel aus Dampfbremse innen + damit kein Tauwasser + keine Trocknungsreserve trotz Hinterlüftung außen und keine Dampfbremse innen + damit Tauwasser + gute Trocknungsreserve gelöst?

    Besten Gruß

  4. Ralf Plag meint:
    19.April 2017 at 10:55

    Innen so dicht wie nötig, außen so diffusionsoffen wie möglich. Mit der Verwendung von diffusionsoffenen Dämmstoffen und einer Hinterlüftungsebene ist das kein Problem.
    Wenn die Hinterlüftungsebene bei Ihnen nicht hilft, ist entweder der Dämmstoff oder eine darauf folgende Schicht nicht diffusionsoffen.

    Grüße
    Ralf Plag

Kommentare

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