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Kerndämmung: Feuchteschutz?
Von Ralf Plag | 21.5.2010Frage:Wenn ich ein zweischaliges Mauerwerk mit 4 cm Zwischenraum mit Perlite fülle, habe ich eine Kerndämmung. Mit einer Außenschale von 11,5 cm Vollklinker liegt der Taupunkt auf der Innenseite und der Feuchteschutz ist mangelhaft. Heißt das, besser den Hohlraum nicht dämmen, oder stimmt mit der Berechnung etwas nicht?
Antwort:Die Tauwasserproblematik bei zweischaligem Mauerwerk ist bekannt. Ich gehe nicht von einem Rechenfehler aus.
Vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik gibt es dazu ein informatives Merkblatt:
http://www.hoki.ibp.fraunhofer.de/ibp/publikationen/fachzeitschriften/zweisch-mauerwerk.pdf
Wenn Kerndämmung, dann nur mit “dauerhaft wasserabweisenden Dämmstoffen”. Außerdem müssen Entwässerungsöffnungen am Fuss des Mauerwerks vorhanden sein, durch die Tauwasser (siehe Kommentare) der Feuchtigkeitseintrag von Schlagregen, der an der Innenseite der Außenschale herabläuft, abgeleitet werden kann. Letzteres gilt aber auch für den ungedämmten Luftspalt.
4 Kommentare zu “Kerndämmung: Feuchteschutz?”
Kommentare
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17.August 2011 at 16:34
Erstmal danke für die hervorragende Seite. Nicht einverstanden bin ich mit der Problematik der Mauerwerksöffnungen bei nachtr. Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk, durch die Tauwasser ablaufen kann. Das ist schlichtweg falsch. Diese Öffnungen dienen nur der Belüftung von Luftschichten, um Wasser abzuführen, das durch Schlagregen von aussen eindringt(effekt aber auch zweifelhaft). Das Tauwasser wird bei normalem Klinker direkt durch den Stein gehen. Bei hohem Tauwasserausfall durchfeuchtet also erst das Außenmauerwerk (bei sehr dichten Klinker geht es dann durch die Fugen). Und bevor sich so Wasser ansammelt, dass dann ausfliesst, wird das Wasser an der Oberfläche der Außenseite wieder verdunsten. Ich weiss, das ihre Aussage die theoretische Ansicht zu dem Problem ist, dennoch ist diese Anforderung nicht wissentschaftlich abgesichert (siehe z.B. http://www.ibp.fraunhofer.de/Images/zweisch-mauerwerk_tcm45-34992.pdf Abschnitt 2.4). Aus praktischer Erfahrung kann ich aber sagen, das ich noch nie Wasser aus diesen Öffnungen hab fliessen sehen.
Mit freundlichem Gruß
Dipl.-Ing. Christoph Große Ahlert –
Stadt Lingen Hochbau
17.August 2011 at 21:25
Vielen Dank für die Korrektur und Ihren fundierten Kommentar!
Ich habe den Text entsprechend angepasst.
16.November 2011 at 15:17
Lieber Herr Plag,
Herr Große Ahlert hat zu den Mauerwerksöffnungen geschrieben, es sei der “Effekt aber auch zweifelhaft” und “diese Anforderung nicht wissentschaftlich abgesichert”.
Daraufhin habe Sie in Ihrem Text das Wort “Tauwasser” gestrichen, aber die Behauptung, es “müssen(!!!) Entwässerungsöffnungen am Fuss des Mauerwerks vorhanden sein” drin gelassen. Das entspricht m.E. nicht dem, was man “den Text entsprechend angepasst” nennen dürfte.
Deshalb bleibt für mich als Laien, der sich fundiert über die Feuchtigkeitsprobleme einer Kerndämmung informieren will, leider ein großes Fragezeichen. Lässt sich das aufklären?
17.November 2011 at 08:59
Die Entwässerungsöffnungen sind nach DIN vorgeschrieben, um eingedrungenes Regenwasser nach außen abzuleiten.